Entwicklung

 

Zeittafel - Teil 1


Um 1500 v. Chr. wird in altägyptischen Schriften die große Sonnenuhr von Theben (Luxor)

erwähnt.Etwa um die gleiche Zeit konstruiert der Siegelbewahrer Amenemhet

seinem König Amenophis I. von Ägypten (reg. 1527-1506 v.Chr.) eine Wasseruhr.

547 v. Chr. stellt Anaximander, Philosoph und Astronom aus Milet, in Sparta ein Gnomon auf.

25 v. Chr. entsteht das erste Uhren-Fachbuch. In >De architectura<, Band 9, beschreibt

Vitruv ausführlich die damaligen Sonnen- und Wasseruhren.

507 n. Chr. läßt der Gelehrte Cassiodorus durch Boethius im Auftrag Theoderichs des Großen

eine Sonnenuhr und eine Wasseruhr mit Schlagvorrichtung anfertigen. Die

Stunden wurden durch die in ein Metallbecken fallenden Kugeln angezeigt.

807 Harun-al-Raschid (reg. 786-809) schickt von Bagdad eine kunstvolle Wasseruhr

mit Stundenschlag und Automatenwerk an Karl den Großen (reg. 768-814) nach

Aachen.

875 mißt Alfred der Große, angelsächsischer König (reg. 871-899), die Zeit durch

Abbrennen von Kerzen. Mit ihm kam damit die Kerzenuhr auf, die noch im

Mittelalter verwendet wurde.

1232 Der Sultan Saladin schenkt dem deutschen Kaiser eine arabische Wasseruhr, die

die Tages- und Nachtstunden anzeigen konnte. Sie besaß auch ein Planetenwerk,

das durch ein Gewicht angetrieben wurde.

Um 1300 sind in Europa die ersten Räderuhren zunächst an Türmen und Kirchen

nachweisbar. Man weiß, daß die St. Pauls-Kathedrale in London 1288 eine

Turmuhr besaß, daß der Gelehrte Giovanni de Dondi 1364 in Padua eine Uhr

schuf, die neben der Zeitanzeige schon astronomische Indikationen besaß, also

ziemlich kompliziert war (Nachbau im Londoner Science-Museum).

Um 1430 erste Federzuguhr, Standuhr Philipps des Guten von Burgund mit Zugfeder und

Schnecke. Verfertiger unbekannt.

1511 erste tragbare Uhr (Halsuhr) von Peter Henlein (1479-1542). Dosenförmig (nicht

eiförmig). Spindelhemmung mit Waag und Schweinsborste an Stelle der späteren

Spiralfeder. Uhrwerk und Räder aus Eisen.

1550 wird das Federhaus in den Uhren eingeführt. Früher lief die Zugfeder zwischen

den Gestellpfeilern ab. Die ersten Uhrgestelle aus Messingplatten werden gebaut

und ersetzen bald das Gestell aus Schmiedeeisen. Neben trommelförmigen

Tischuhren gibt es auch schon reich dekorierte Türmchenuhren, die vorwiegend

aus Augsburg stammen .

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1550-1650 entstehen Automatenuhren mit Figuren und Schlagwerken meist Augsburger und

Nürnberger Arbeit.

1550-1590 werden Tischuhren in Form kleiner Dosen hergestellt, die auch als Halsuhren an

Bändern und Ketten getragen werden.

1560 sind die Tischuhren bereits ausgestaltet und meist mit Schlagwerken versehen

1580 wird der Uhrwerk-Antrieb durch Einführung der Schnecke mit Darmsaite

verbessert, die auf das Antriebsrad wirken. Etwa um diese Zeit wird die Waag von

der Radunruh abgelöst. Jetzt entstehen auch die ersten Formuhren, die

Monstranzuhren, Kruzifixuhren, Gehäuse in Buchform u.a.

1590 werden Halsuhren in ovaler Form (»Nürnberger Eyerlein«) gefertigt, etwas später

auch Gehäuse in Kreuzform und die Totenkopfuhren. Bereits 1533 wird ein

»französisches Uhrwerk« in ovaler Form bekannt: die berühmt gewordene

Taschenuhr des Genfer Erzbischofs Pierre de la Baume, die er bei seiner Flucht vor

den Calvinisten in Genf zurückließ.

1600 baut man die ersten Großuhren mit Glockenspiel und Orgelwerken,wenig später

sind sie bereits in Patrizierhäusern zu finden.

Seit 1600 sind zunehmend die Goldschmiede an den Gehäusearbeiten beteiligt. Goldemail-

Taschenuhren sind ab 1640 verbreitet. 1620 entwickeln sich die Kastenuhren

(Dielenuhren) aus den Uhren auf Wandkonsolen.

1632 wird die Schmelzemail-Technik (Emailmalerei) bei Taschenuhrgehäusen erstmals

angewendet. Jean Toutin (1578-1644) aus Chateaudun in Frankreich ist der

Wegbereiter dieses neuen Uhrtyps. Neben Chateaudun werden Blois und später

auch Genf berühmt für ihre schönen Taschenuhren mit Emaildekors.

1657 beginnt mit der Einführung des Uhrpendels durch den holländischen Physiker

Christian Huygens die Epoche der genauen Zeitmessung. Leonardo da Vinci (um

1590) und Galileo Galilei (1641) hatten das System der Pendeluhr bereits skizziert

und beschrieben.