Entwicklung

 

Zeittafel - Teil 3


1730-1770 wird die Taschenuhr mit Chatelaine meist frei am Gürtel getragen, das Zifferblatt
dem Körper zugewandt.
1735-1775 erfreuen sich Telleruhren, meist in Augsburg, Wien und in anderen süddeutschen
Städten hergestellt, großer Beliebtheit.
1748 verbessert der Pariser Uhrmacher Pierre Le Roy (1717-1765) den Duplexgang, der
ab 1840 in englischen Taschenuhren viel angewendet wird.
1750 konstruiert der Londoner Uhrmacher Thomas Mudge (1715-1794), ein Schüler
Grahams, den freien Ankergang für Taschenuhren Durch die Anbringung des
Zugwinkels am Anker vollendet der Schweizer George Auguste Leschot (1800-
1884) im Jahre 1825 die Ankerhemmung und macht sie so für die Taschenuhr
brauchbar.
1760 werden Taschenuhren mit Quatre-Couleurs-Gehäusen (vierfarbige Goldauflage) zu
einem modischen und begehrten Artikel.
1761 baut John Harrison (1693-1776), ein englischer Zimmermann, ein Seechronometer,
das in 161 Tagen nur um 5 Sekunden abweicht. Er gewinnt damit einen von der
englischen Admiralität ausgesetzten Preis in Höhe von 20000 Pfund Sterling. Die
heute noch gebräuchlichen Marine-Chronometer entstehen aber erst nach 1780,
als John Arnold eine Chronometerhemmung mit Hebflächen am Gangrad erfand.
1772 fertigt der Engländer John Arnold (1744-1799) die erste Kompensationsunruh, die
er sich erst 10 Jahre später patentieren läßt. Arnold verwendet auch als erster
Uhrmacher zylindrische Spiralfedern mit nach innen gebogenen Endkurven in
seinen Chronometern.
1780 kommen in Frankreich die ersten Taschenuhren mit Tonfedern als Schlaguhren
(Repetitionsuhren) auf den Markt.
1790 baut der englische Chronometermacher Thomas Earnshaw (1749-1814) die erste,
heute noch angewendete Chronometer-Federhemmung in seine Schiffschronometer
ein.
1800 erscheinen die ersten Taschenuhren mit Sekundenzeiger. Um diese Zeit sind die
Taschenuhren mit perlenbesetzten Gehäusen die große Mode in Paris und Genf.
1800 erfindet Abraham Louis Breguet (1747-1823), der Welt genialster Uhrmacher,
neben vielem anderen die aufgebogene Spiralfeder (das Breguet-Knie) für seine
Präzisions-Uhren. Er wendet auch als erster die Stoßsicherungen in seinen
Taschenuhren an; am 9.11.1800 erhält er ein Patent auf die Tourbillons
(Drehganguhren).
1800 Taschenuhren mit beweglichen Figuren auf dem Zifferblatt entstehen erst gegen
Ende des 18. Jahrhunderts. Zwischen 1800 und 1840 werden auch Uhren mit
erotischen Szenen unter Geheimdeckeln gefertigt.
1807 baut Urban Jürgensen (1776-1830) in Kopenhagen sein erstes
Taschenchronometer. Es besitzt eine Wippenhemmung.
1812 erfindet der Veroneser Physiker Zamboni das erste Trockenelement - die Batterie -
die Zamboni'schen Säulen.
1815 verursacht der Münchner Professor Ramis mit seiner elektrisch angetriebenen Uhr
ziemliches Aufsehen. Ramis verwendet Zamboni Säulen.
1815-1821 arbeitet der Schweizer Uhrmacher Abraham-Louis Perrelet (1729-1826) in den
Pariser Werkstätten des A. L. Breguet an Taschenuhren mit Selbstaufzug und
gilt seit 1770 als der eigentliche Erfinder der Automatikuhr.
1820 findet Oersted in Kopenhagen die Ablenkung der Magnetnadel durch den
elektrischen Strom.
1822 erfindet der Pariser Uhrmacher Rieussec den Chronographen (die Stoppuhr).
1825 baut der Engländer Sturgeon die ersten Elektromagneten.
1826 stellt der Erlanger Professor Georg Simon Ohm sein fundamentales »Ohm'sches
Gesetz auf.
1839 Carl August Steinheil erfindet in München ein System elektrischer Haupt- und
Nebenuhren (Bayr. Patent vom 2.10.1839).
1840 erfolgt die Inbetriebnahme der ersten Uhrenanlage mit Haupt- und Nebenuhren in
einem Münchner Erziehungsinstitut.
1840 Wheatstone hat unabhängig von Steinheil seinen (und Cooke's) Zeigertelegraphen
zur Mitteilung der Zeit benutzt, wie es geheißen hat.
1840 Der Engländer Bain konstruiert ein brauchbares elektrisches Zeigerwerk. Daneben
baut Bain die erste Uhr, deren Triebkraft nicht ein Gewicht oder eine Feder,
sondern der Elektromagnet war.
1842 entwickelt Adrian Philippe (1815-1894) in Paris den Bügelaufzug
(Remontoiraufzug) und wendet diese Erfindung als Teilhaber der Genfer Firma
Patek, Philippe & Co. bei den Remontoir-Taschenuhren an.