Entwicklung

 

Zeittafel - Teil 4


1845 gründet Ferdinand Adolf Lange (1815-1875) die Glashütter Taschenuhren-
Industrie. Er fertigt seine Präzisionstaschenuhren zuerst mit einer
Stiftankerhemmung, ab 1850 folgt der bekannte Glashütter Kolbenzahnankergang
mit strahlendem Goldanker und Goldankerrad.
1850 beginnen Howard, Davis & Dennison in Roxbury (USA) mit der ersten
maschinellen Fertigung von Taschenuhren mit auswechselbaren Teilen. Aus
dieser Fabrikation entsteht später die bekannte amerikanische Uhrenfabrik
Waltham Watch Co. (1857-1957).
1850 gründet Gustav Eduard Becker (1819-1885) in Freiburg in Schlesien einen
»Fabriksbetrieb für Uhrenerzeugung«, aus dem später die weltbekannte
Uhrenfabrik Gustav Becker hervorgeht, die feine Pendeluhren, Regulatoren,
Wanduhren und zuletzt auch einfache Taschenuhren mit Stiftankerhemmung fertigte.
1852 errichtet der Uhrmacher Eduard Eppner (1812-1887) in Lähn eine Fabrik für
Präzisionstaschenuhren, die er 1867 unter Erweiterung des Fabrikbetriebes nach
Silberberg in Schlesien verlegt. Seine Präzisionstaschenuhren mit der Marke
»Deutsche Uhrenfabrikation Silberberg« erreichen fast die Qualität Glashütter
Taschenuhren.
1852 baut der Mechaniker Halske nach Angaben von Werner Siemens eine Nebenuhr
mit einem neutralen Magnetsystem, das bei minütlicher Erregung durch eine
Klinke am Elektromagnetanker auf ein Klinkenrad und Zeigerwerk einwirkte
(Schrittschaltwerk).
1857 erfindet der Franzose Jules Lissajou den ersten Stimmgabel-Resonator, den er mit
einem Elektromagneten erregte.
1858 kommen die ersten von dem Schweizer Uhrmacher P. F. Ingold erfundenen
Fräsen, - die Ingold-Fräsen -, zur Anwendung. Damit werden bei den Kleinuhren
die Räderwerks-Eingriffe verbessert und damit die tägliche Gangabweichung verringert.
1860 entwickelt Edouard Philipps (1821-1890), Ingenieur in Paris, die Theorie der
Spiralfederendkurven und damit die Präzisionsreglage.
1860 erfindet der Uhrmacher Matthias Hipp aus Blaubeuren (1813-1893) in Zürich die
Pendeluhr mit direktem, elektrischem Antrieb (das elektrische Pendel).
1861 gründen die beiden Brüder Erhard und Xaver Junghans die Uhrenfabrik
»Gebrüder Junghans« in Schramberg, die am 1. 4. 1900 mit der Firma Thomas
Haller fusioniert und zu einer Aktiengesellschaft umgewandelt wird. Alle Arten
von Großuhren, Taschenuhren und Armbanduhren wurden hier gefertigt. Die
älteren Stücke sind heute schon gesuchte Sammelobjekte.
1865-1867 richtet der deutsche Uhrmacher Georg Friedrich Roskopf seine
Taschenuhrenfabrikation in der Schweiz ein. Seine billige Uhr >>Montre
proletaire<< erobert den Markt.
1865 Aufkommen der ersten Leclanche-Batterien (Kohle-Zink-Elemente), die
zunehmend für elektrische Uhren Verwendung finden.
1880 wird der Magnetaufzug der Zugfeder patentiert (DRP 12649).
1880 Entdeckung der Piezoelektrizität bei Kristallen durch die Gebrüder Curie in Paris.
1880 werden die letzten Spindeltaschenuhren (Country-Watches) in England gebaut.
1881 Allgemeine Verwendung von polarisierten Systemen in Nebenuhren mit
Wechselstrombetrieb, nachdem E. Stöhrer bereits 1849 polarisierte Systeme in
seinen Nebenuhren angewandt hatte.
1890 Mit der Verwendung von polarisierten Systemen in Nebenuhren werden
Hauptuhren für Stromimpulse wechselnder Richtung benötigt. Neben einem
Gehwerk für den Antrieb der Zeitanzeige war ein Kontaktlaufwerk für den Betrieb
der Nebenuhren vorgesehen.
1891 Dr. Siegmund Riefler in München verbessert die Präzisionspendeluhr mit der
Erfindung der Riefler-Hemmung.
1897 Erfindung des Nickelstahls (Invar) von Professor Ch. Guillaume.
1898 führt Riefler bei seinen Pendeluhren die Invar-Pendel ein.
1898 baut die Firma Siemens & Halske für die Reichsbahn eine Einrichtung zum
Aussenden eines amtlichen Zeitzeichens über die Telegraphenleitungen.
1900 Die Uhrenfabrik Courvoisier in La Chaux-de-Fonds fabriziert Karusseluhren
(Taschenuhren mit Drehgestell für Umlauf von einer Stunde) nach dem Patent von Bonniksen.
1900 Aufkommen von elektrischen Einzeluhren mit elektromagnetischem Antrieb eines
Halbsekunden-Pendels.