Um 150 nach Christi Geburt erfand man in Alexandrien (man sagt durch Ptolomäus Claudius) einen
Zeitmesser, der mittels eines Räderwerkes in Gang gesetzt wurde. Obwohl diese mechanische Uhr mit
Räderwerk und Gewicht, bis in die Renaissancezeit hinein, besonders in Italien viele Verbesserungen
erfuhr, wurde die Wasseruhr immer noch in unzähligen Arten und Modellen verwendet. Durch das
Pendelgesetz des Galileo Galilei wurden die Voraussetzungen für die Sekunde geschaffen. Er sowohl
wie Kopernikus verfochten die These der Erddrehung um die Sonne.
Von jeher hat man versucht, das Perpetuum mobile zu erfinden. Dieses utopische Ziel wird man nie
erreichen können, und doch ist man in der Uhrmacherkunst dem Perpetuum mobile sehr nahe auf den
Leib gerückt.
Ich spreche von der Tischuhr, die durch Lichtstrahlen fortwährend aufgezogen wird. Ich möchte ferner
die >>Atmos<<-Pendule erwähnen, welche durch die Temperaturschwankungen in Gang gehalten wird.
Jüngst wurde eine Pendule geschaffen mit elektromagnetischem Werk, das dank einer sinnreichen
Erfindung - Transistor genannt sich von selbst aufzieht und auch von selbst reguliert.
Der Beginn des 16.Jahrhunderts brachte uns die Taschenuhr, und zwar in Deutschland und in
Frankreich fast zu gleich. Diese Uhr, welche auf dem Körper getragen werden konnte, weckte in pfiffigen
Köpfen die Idee, daß durch die Bewegung des menschlichen Körpers das Uhrwerk mittels eines
Selbstaufzuges in Gang gehalten werden könne.
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Im Jahre 1770 wurde von Abraham Louis Perrelet in Le Locle die erste automatische Uhr erfunden.
Die durch das Marschieren des Besitzers dieser Uhr entstandenen Stöße brachten ein Gewicht zum
Auf- und Abschwingen, das die Uhr aufzog.
Einer der berühmtesten Schweizer Uhrmacher, Abraham Louis Breguet,
vervollkommnete die automatische Uhr zehn Jahre später in großem Maße. Er
konstruierte eine Taschenuhr mit Schlagwerk, ewigem Kalender, Zeitausgleich
und anderen Schikanen, die mit einer schwingenden Gewichtsmasse versehen war,
welche den Selbstaufzug besorgte. Ein anderer Schweizer Uhrmacher, Recordon, ließ
als allererster eine automatische Uhr patentieren, und zwar in England.
Wenn Sie mich fragen, warum sich diese automatischen Schweizer Uhren nicht
allgemein durchgesetzt haben, so kann ich Ihnen erwidern, daß sie für die damaligen
Zeiten zu teuer waren, so daß sie nur durch wenige reiche Leute erstanden werden
konnten. Dazu erfand Adrien Philippe 1842 den Aufzug der Uhr durch die Krone mittels einer Welle.
Später verbesserte Louis Audemars in Le Brassus den Aufzug der Taschenuhr durch die Krone, was die
automatische Uhr ganz verdrängte. Seit weit über hundert Jahren waren einige schüchterne Versuche
unternommen worden, die Uhr am Handgelenk zu tragen. Ich möchte Sie erinnern an eine Armbanduhr,
welche die Kaiserin Josephine für ihre bayerische Schwiegertochter, die Prinzessin von Leuchtenberg,
herstellen ließ und die heute noch existiert.