Die Astronomische Uhr - Aufgabe und Funktion

Eine Astronomische Uhr ist ein Gerät, mit dem man die Stellung der Planeten, der Sonne und des Mondes anzeigen kann (Abb. 1). Der Ring am Rand der Scheibe stellt die 12 Tierkreiszeichen dar. Jedem Monat ist ein Tierkreiszeichen zugeordnet. Den Zeichen wurde in der Astrologie eine Eigenschaft wie gut, neutral oder böse zugeordnet. Astronomische Uhren wurden auch in der Astrologie eingesetzt, wo die beobachtbaren Planetenstände willkürlich im Sinne menschlicher Charaktereigenschaften ausgedeutet wurden. Hier legen wir deshalb unser Augenmerk auf die astronomischen und mathematischen Naturprinzipien, die einer astronomischen Uhr zugrunde liegen. Für jedes Objekt gibt es einen Zeiger. Wenn ein Zeiger eines Planeten (Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn) eine Umdrehung auf der Scheibe gemacht hat, ist der Planet einmal auf seiner Umlaufbahn durch den Tierkreis gewandert. Man glaubte, dass ein Planet sich auf das Schicksal der Menschen auswirkt.   Dies kam darauf an, wo der Planet steht. Die Sonne dreht sich einmal in einem Jahr um dieses Ziffernblatt (365,2422 Tage). In dieser Zeit durchläuft der Mond 12,368 Zyklen von Neumond bis Neumond. Man nennt diesen Zyklus, der 29,5306 Tage andauert, den Synodischen Monat oder auch die Lunation. Eine vollständige Umdrehung des Mondzeigers, nennt man den Siderischen Monat. Er weist 27,3217 Tage auf. Daraus ergibt sich, dass ein Jahr etwas mehr als zwölf Monate hat. Abb. 1: Astronomische Uhr im Dom zu Münster Wenn 19 Jahre vergangen sind, sind auch im Mittel 235 Lunationen vergangen und dementsprechend 254 Siderische Monate. Diesen Zyklus nennt man Meton-Zyklus, nach dem griechischen Astronomen Meton, der ihn im 5. vorchristlichen Jahrhundert entdeckte. Nach Ablauf dieser Spanne liegen die Mondphasen wieder auf den gleichen Kalenderdaten. Man kann mit Astronomischen Uhren auch Finsternisse vorhersagen. Dafür gibt es einen speziellen Zeiger, den sogenannten Drachenzeiger oder auch Knotenzeiger, der sich einmal in 18,61 Jahren um die Scheibe dreht. Diese Zeitspanne nennt man den Drakonitischen Zyklus. Während Mond- und Sonnenzeiger gegen den Uhrzeigersinn laufen, dreht sich der Drachenzeiger im Uhrzeigersinn. Wenn der Sonnenzeiger, der Mondzeiger und der Drachenzeiger (Doppelzeiger, siehe Abb. 2) dieselbe Stellung haben, dann gibt es eine Mondfinsternis (bei Vollmond) oder eine Sonnenfinsternis (bei Neumond). Die Planeten, der Mond und die Sonne (man nennt sie zusammen Wandelsterne) werden von einem Getriebe mit Zahnrädern angetrieben. Wenn man die Uhr mit der Hand antreiben will, dann dreht man an einer Kurbel und die Drehung wird dann mit einer entsprechenden Geschwindigkeit über Zahnräder auf die Zeiger übertragen. Man kann dann, wie in einem Planetarium, die Planetenbewegungen, die Finsternisse und vieles mehr in einem schnelleren Ablauf als in der Natur darstellen.

Datum: Samstag, 25. August 2007 11:31 Themengebiet: Geschichte -

 



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