Uhren kurbeln Exporte weiter an

Die Uhrenindustrie hat den Schweizer Aussenhandel auch im November gestärkt. Der Export der Zeitmesser legte wertmässig um 17,3 Prozent zu.

Die Exporte stiegen wertmässig (nominal) um 9,3 Prozent auf 18,4 Milliarden Franken. Teuerungsbereinigt (real) betrug das Plus 6,9 Prozent, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) mitteilte. Mit Blick auf die vorangegangenen Monate verloren die Ausfuhren damit etwas an Schwung.

Die Importe legten nominal um 6,2 Prozent auf 16,5 Milliarden Franken zu. Real betrug das Plus 0,9 Prozent. Auch bei den Einfuhren nahm die Dynamik damit im Vergleich zu den Vormonaten ebenfalls ab.

Gleichwohl schloss die Handelsbilanz mit einem Überschuss von knapp 1,9 Milliarden Franken. Das sind 45,8 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Noch nie zuvor wurde in einem Monat ein höherer Überschuss erzielt.

Golduhren für Hongkong

Teuerungsbereinigt betrug das Exportwachstum in der Uhrenindustrie im November noch 7,6 Prozent. In den ersten elf Monaten des laufenden Jahrs legten die Exporte gegenüber der Vorjahresperiode nominal um 16,4 Prozent zu, real um 10,2 Prozent, wie der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) mitteilt.

Gefragt waren insbesondere Golduhren, deren Exporte um satte 27,1 Prozent stiegen. Der grösste Abnehmer der Schweizer Uhren war Hongkong. Die chinesische Metropole verbannte damit die USA von der Spitze der Abnehmerländer auf den zweiten Platz. An dritter Stelle folgt Japan. Allgemein gingen die Schweizer Exporte in die USA und nach Japan im November jedoch zurück. In die Europäische Union, nach China und Russland führte die Schweiz dagegen deutlich mehr aus.

Alle Branchen verzeichneten ein Exportplus. Am deutlichsten fiel dieses zum wiederholten Male bei der Nahrungs- und Genussmittelindustrie aus. Diese platzierte sich in der Rangliste sogar noch vor der Uhrenindustrie. Die drittstärkste Sparte war die Maschinen- und Elektronikindustrie.

Unterhaltungselektronik beliebt

Den grössten nominalen Zuwachs bei den Einfuhren verzeichnete die Sparte der Energieträger. Dies ist jedoch fast ausschliesslich preisbedingt, so dass die reale Zunahme noch bei lediglich 0,3 Prozent liegt. Bei den Konsumgütern legten insbesondere die Importe von Unterhaltungselektronik zu. In den letzten drei Monaten des Jahres seien die Zahlen dieser Sparte wegen des Weihnachtsgeschäfts zwar immer gut, sagte Matthias Pfammatter von der EZV. Der diesjährige November verzeichne jedoch ungewöhnlich hohe Zahlen.

Der Experte erklärt sich diese Entwicklung vor allem mit dem technologischen Fortschritt. «Vielleicht hat die Umstellung auf digitales Fernsehen zu einem Nachfrageschub geführt.» Es könne aber auch sein, dass die Nachfrage schon jetzt im Hinblick auf die Fussball-EM Euro 08 zugenommen habe.

«Aussergewöhnlich hoch» sind laut Pfammatter auch die Einfuhrzahlen von Autos. Konjunkturbedingt sei die Nachfrage das ganze Jahr hoch gewesen. Gegen Ende Jahr würden sich vielleicht noch zusätzlich Bonuszahlungen bemerkbar machen.

Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/wirtschaft/825645.html

Datum: Donnerstag, 20. Dezember 2007 12:55 Themengebiet: Nachrichten -

 



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